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Im Schatten des Geheimnisses: Wie eine junge Frau im Glauben ihre Stimme findet - 29. Juni 2025

1897 in Nidau: Eine Frau wächst behütet auf, bis ein Familiengeheimnis sie erschüttert. Ihre Suche führt sie zur Heilsarmee – und zu einer neuen Bestimmung… Der jüngste historische Roman von Claudia Dahinden fesselt und ermutigt zugleich.

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«Es geht um eine junge Frau, die in Nidau in gutbürgerlichen Verhältnissen aufwächst, bis sie etwas über ihr Leben erfährt, das sie erschüttert», gibt die Buchautorin Claudia Dahinden einen Einblick in ihren jüngsten, historischen Roman «Sein Wort auf den Lippen».

«Sie besucht ihren Götti in Bern und sucht nach Antworten, doch die lassen sich nicht so rasch finden. Stattdessen landet sie per Zufall im Gottesdienst einer Kirche, aber einer, wie sie sie noch nie erlebt hat. Dort findet sie Gott und eine neue Heimat. Dann begegnet sie der Heilsarmee, was viel in ihrem Leben auslöst, auch Konflikte. Wie sie diese bewältigt und ob sie das Geheimnis löst, das noch um ihr Leben gewoben ist, ist das Thema des Buches.»

Heilsarmee sorgte früh für gleiche Rechte

Der Klappentext auf der Rückseite des Hardcovers weckt Interesse: «Begeistert von der Bibel und inspiriert von der Heilsarmee kann sie nicht schweigen, besonders als sie die Not um sich herum sieht. Doch damit stösst sie auf grossen Widerstand, vor allem in ihren eigenen Reihen. Ein Roman vor dem Hintergrund der Schweizer Erweckungsbewegung über eine Frau, die ihre Stimme findet, um von dem zu erzählen, der ihrem Leben Sinn gibt.»

Die Geschichte beginnt im Jahr 1897 in Nidau. Claudia Dahinden hat für ihr Buch akribische Vorarbeit geleistet: «Ich recherchierte, um einen guten Zeitpunkt und ein gutes Setting für mein Buch zu finden. Bern hat sich angeboten, weil ich dort gelebt habe und weil es dort eine starke Erweckungsbewegung gab. Und die Heilsarmee war interessant, weil sie bereits zu Beginn den Frauen die gleichen Möglichkeiten gab wie den Männern. Daher habe ich in dem Umfeld recherchiert und mich für das Jahr 1897 entschieden, wo die Heilsarmee bereits wirksam war in der Stadt.»

Auch William Booth kommt vor

Die gesamte Heilsarmee-Geschichte hat sich so zugetragen, einzelne Charaktere, darunter die Hauptfiguren, sind fiktiv, die historischen Gegebenheiten sind jedoch sachlich richtig. Andere historische Figuren wie William Booth sind geschichtlich verbürgt.

Der Prozess, der nun zum 316 Seiten starken Roman geführt hat, dauerte länger: «Der SCM Bundesverlag hat mich bereits 2019 gefragt, ob ich einen historischen Roman schreiben würde für sein Programm. Damals war ich aber mitten in der Uhrmacherin-Trilogie, und wir haben das mal zurückgestellt.»

2022 fanden erneut Gespräche statt. «Mich hat der Gedanke gereizt, aber ich wollte nicht einfach ein Buch darüber schreiben, wie der Glaube hilft, Krisen zu überstehen, sondern Themen aufgreifen, die auch innerkirchlich interessant sind. Nach einem Austausch auf Zoom sind wir dann auf die Themen ‘Frau in der Kirche’, ‘pastorale Autorität’ und ‘mündiges Christsein’ gekommen.»

Roman ermutigt zugleich Frauen

«Ich bin dankbar, dass ich nicht aus eigener Erfahrung von Schwierigkeiten mit der Rolle der Frau berichten muss», bilanziert Claudia Dahinden, die mit dem Roman auch Missstände anspricht. «Ich kam 2004 in der Vineyard Bern zum Glauben und wechselte 2014 in die BewegungPlus Grenchen, und in beiden Kirchen hatte ich immer alle Möglichkeiten und wurde in all meinen Gaben ermutigt.»

Aber dies sei nicht selbstverständlich. «Die BewegungPlus erlaubt die Frauenordination seit 25 Jahren, und es gibt noch viele Kirchen, die sie nicht kennen. Darum möchte ich das Thema beleuchten und Frauen ermutigen mit der Geschichte.»

Eine Momentaufnahme

Im Nachwort beschreibt Claudia Dahinden «die Sicht auf die Bibel als Momentaufnahme»: «Wie die Menschen die Bibel lesen, war schon immer gefärbt von der Umwelt. Wie wir umgehen mit Fragen, wandelt sich. Siehe Sklaverei, siehe Frauenordination. Wir schauen heute zurück auf die Zeit, als man noch Sklaven hielt und das biblisch untermauerte, und schütteln den Kopf.»

Gleichzeitig, so Claudia Dahinden weiter, «sind wir total überzeugt, dass unsere aktuelle Interpretation über alle Zweifel erhaben ist, dass wir uns ganz sicher in nichts irren. Worüber werden die Menschen in der Kirche in 50 oder 100 Jahren wohl den Kopf schütteln? Diese Frage sollten wir uns ab und zu stellen und es wagen, unsere Überzeugungen mit diesem Blick zu hinterfragen.»

Webseite von Claudia Dahinden

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