
Vom kranken Silberahorn zum Lebensraum für Mensch und Tier - 13. September 2026
Mehr Lebensraum für Igel, Insekten und Pflanzen: Die Kirche Geissberg in Langenthal will ihr Areal neu denken. Anlass dafür ist ein kranker Silberahorn, der gefällt werden musste. Nun entsteht ein Konzept, das Biodiversität fördert und zugleich attraktive Aufenthaltsorte für Menschen schaffen soll.
Bäume, die gefällt werden müssen, wecken nicht unbedingt gute Emotionen, aber in einem Fall auf dem Areal der Kirche Geissberg war dies unumgänglich, weil der Baum krank war. Markus Zahnd, Kirchgemeinderat mit Ressort Immobilien: «Aber das hat ganz viel ausgelöst. Dieser Silberahorn, der gross vor der Kirche stand, musste man einfach fällen. Und jetzt hat das ganz etwas Neues ausgelöst, dass man jetzt viel weiter denkt, nämlich über den ganzen Park.»
Strunk lebt weiter
Der Baum ist weg, der Strunk aber ist geblieben. Markus Zahnd: «Zuerst dachten wir, dass wir den Strunk rausnehmen. Einige sagten, dass man einfach Sang einfüllen soll, das gibt dann einen Platz für viele Tiere und Arten, wilde Beine, wilde Wespen, alles geht da rein, legt Eier und aus dem Toten wird wieder neues Leben.»
Daraus entstanden Gedanken für die ganze Liegenschaft oder respektive das Grün der Liegenschaft, die nun neu gestaltet werden soll.
Viel Neues ausgelöst
Die Burgergemeinde Langenthal wurde angefragt, ob sie hilft, einen neuen Baum zu pflanzen. «Sie fragten uns, ob wir ein Konzept haben.» Das war nicht vorhanden. «Aber es macht Sinn, dass man überlegt, bevor man einen neuen Baum pflanzt, was man überhaupt meint.»
Dieser Baum, der nicht mehr da ist, löst jetzt ganz viel Neues aus, «dass man das ganze Kirchenareal neu denkt und überlegt, was für neue Biodiversität drin vorkommen könnte, wie man diesen Raum besser brauchen könnte für die Menschen, aber auch für die Tiere und auch für die Pflanzen.»
Neuer Schattenplatz geplant
Bis der neue Baum zu einer grossen Linde herangewachsen ist, wird vielleicht zuerst übergangsmässig mit Pergola gearbeitet. «Mit schnell wachsenden Pflanzen, damit wir dort schnell Schatten haben», blickt Markus Zahnd nach vorne.
Auf der anderen Seite des Areals ist noch offen was geschieht. «Er könnte zum Beispiel für das Zivilstandsamt für Aperos genutzt werden.» Um all diese Fragen zu klären, beginnt nun ein Prozess, der zwei bis drei Jahre dauert.
Platz Mensch und Tier
Für Markus Zahnd ist klar: «Es soll ein Raum für Menschen und Tiere werden. Dafür braucht es die richtigen Pflanzen. Wenn man merkt, dass man gewisse Pflanzen hat, oder auch Nisthilfen, oder Orte, wo sich Tiere verstecken, merkt man plötzlich, dass da ganz viele Igel kommen. Ein Igel läuft ja mehrere Kilometer in der Nacht und muss sich bewegen können. Wenn er sich auf die Strasse geht, ist das schlecht.»
Das ist auch interessant für Menschen und Tiere, besonders für Kinder, so Markus Zahnd. «Sie merken, dass es nicht tote Areale sind, die nur schön aussehen, sondern dass hier Leben entsteht und die Tiere sich bewegen. Es ist auch das Ziel, dass Menschen und Tiere nebeneinander leben und gut leben.»
Die Besichtigung des Areals sowie eine Informationsveranstaltung erfolgt am 17. September ab 18.30 Uhr. «Zuerst stellen wir das Konzept vor und schauen vor Ort, was dort ist und was man verändern möchte.»
