
«Ankerpunkte»: Geschichten, die berühren und Kraft schenken - 20. September 2026
Was gibt uns Halt, wenn das Leben schwierig wird? Was schenkt uns Zuversicht, Orientierung und Mut? Mit der Gottesdienstreihe «Ankerpunkte» schafft die Kirche St. Niklaus in Solothurn Raum für persönliche Geschichten, neue Perspektiven und Begegnungen, die über den Sonntag hinaus wirken.
«Wir alle brauchen Ankerpunkte im Leben. Etwas, das uns erdet, Orientierung gibt und auch in schwierigen Zeiten trägt», erklärt Monika Vollmer, Initiantin der Ankerpunkte in der Kirche St. Niklaus. «Das kann der Glaube sein, aber ebenso die Familie, Freundschaften, Liebe, Menschlichkeit oder die Zuversicht, dass sich etwas zum Guten verändern lässt.»
Genau diesen Fragen widmet sich die Gottesdienstreihe, die jeweils sonntags um 10.30 Uhr stattfindet. Anders als in einer traditionellen Messe steht dabei nicht die Auslegung eines Bibeltextes im Mittelpunkt, sondern ein Mensch mit seinen Erfahrungen, Überzeugungen und Erkenntnissen.
Persönlich und überraschend
Die Gestaltung richtet sich nach den eingeladenen Persönlichkeiten. Ob im Gespräch, mit einer eigenen Ansprache, ausgewählten Texten oder Musik – die Gäste entscheiden selbst, wie sie ihre Gedanken mit den Besucherinnen und Besuchern teilen möchten. Auch die Kollekte kann einem Anliegen ihrer Wahl gewidmet werden.
Ebenso vielfältig wie die Gestaltung sind die Menschen, die zu Wort kommen: Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, Jugendliche, Menschen am Rande der Gesellschaft oder Eltern, die einen schweren Schicksalsschlag erlebt haben. Sie alle bringen ihre ganz eigene Sicht auf das Leben mit.
«Uns interessieren nicht in erster Linie die Erfolge oder Leistungen eines Menschen, sondern seine Erfahrungen. Was hat ihn geprägt? Woran ist er gewachsen? Was hat ihm in schwierigen Momenten geholfen? Und was können wir daraus für unser eigenes Leben mitnehmen?», so Vollmer.
Christliche Werte, die alle ansprechen
Die Ankerpunkte sind bewusst offen gestaltet. Zwar bilden christliche Werte das Fundament, doch die angesprochenen Fragen reichen weit über religiöse Überzeugungen hinaus. Es geht um Vertrauen, Vergebung, Verantwortung, Hoffnung und um das Zusammenleben in unserer Gesellschaft.
«Man muss weder gläubig sein noch einer Kirche angehören, um sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Sie betreffen uns alle.»
Besonders berührend sind oft jene Momente, in denen die Gäste von persönlichen Herausforderungen, Zweifeln oder Wendepunkten erzählen. Ihre Erfahrungen machen Mut, eröffnen neue Blickwinkel und geben Denkanstösse für den eigenen Alltag.
Begegnungen, die verbinden
Ein ebenso wichtiger Bestandteil ist der persönliche Austausch. Im Anschluss an den Gottesdienst sind alle zum Apéro eingeladen, um miteinander ins Gespräch zu kommen.
«In einer Zeit, in der vieles zunehmend individualisiert und polarisiert wird, sind solche Begegnungen besonders wertvoll. Wenn Menschen offen und ehrlich von sich erzählen, entsteht Verständnis. Wir können voneinander lernen, einander ermutigen und aus der Gemeinschaft neue Kraft schöpfen.»
Die Ankerpunkte möchten deshalb nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch Menschen zusammenbringen, die sich im Alltag vielleicht nie begegnen würden. Unabhängig von Herkunft, Weltanschauung oder Religionszugehörigkeit.
«Bei uns sind alle willkommen. Entscheidend ist nicht, woran jemand glaubt, sondern die Bereitschaft, zuzuhören, sich auf andere einzulassen und vielleicht etwas für sich selbst mitzunehmen.»
Die nächsten Ankerpunkte
Die nächsten Ankerpunkte finden am 25. Oktober 2026 mit Andrea Bürgi, Leiterin des Hospiz Solothurn, und am 15. November 2026 mit Monika Vollmer, Unternehmerin im Bereich Nachhaltigkeit, statt.
