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Besuch im Lepra-Spital in Kalkutta - 3. April 2024

Oekumera-Reporter Daniel Gerber besuchte ein Lepra-Spital in Kalkutta – dieses findet sich mitten im ausufernden Verkehr in der indischen Millionen-Metropole. «Das Lepra-Spital hier in Kalkutta ist eines von 14 Spitälern, das die Lepra-Mission hier in Indien führt», erklärt Markus Freudiger, Geschäftsleiter der «Lepra-Mission Schweiz». «Wir sind hier mitten in Kalkutta, neben einer grossen Strasse, auf der gehupt wird und wo man alles Mögliche sieht.»

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Das Spital ist ein fünfstöckiges Gebäude, mit verschiedenen Abteilungen. In den Zimmern sind entweder Frauen oder Männer, mit jeweils zehn bis 15 Personen. «Sie sind gekennzeichnet von der Krankheit und haben teilweise Verstümmelungen. Wir sehen offene Wunden, die desinfiziert und neu verbunden werden.»

Oft ausgegrenzt

Auf die riesige Einwohnerzahl und Fläche von Indien gibt es nur wenige solcher Spitäler. «Oft werden die Lepra-Kranken immer noch ausgegrenzt, stigmatisiert und teilweise nicht einmal in den staatlichen Spitälern gut behandelt. Darum ist es wichtig, dass wir solche Referenzzentren haben, wo Betroffene die richtige Pflege und Behandlung erhalten.»

Das Vermächtnis von Mutter Teresa

Rund eine Autostunde nördlich des Spitals befindet sich die Lepra-Kolonie, die von Mutter Teresa aufgebaut worden ist. «Sie wird heute noch in ihrem Sinne weitergeführt. Es ist eine riesige Anlage mit rund 130 Lepra-Patienten, die an Webstühlen sitzen. Sie fertigen die weiss-blauen Saris, die weltweit von den Nonnen getragen werden, die sich für die Ärmsten der Armen einsetzen. Sie haben ausserdem eine Fisch- und eine Ziegenzucht. Sie pflanzen Gemüse an.»

Bei schlimmen Fällen, wenn zum Beispiel Wunden nicht zuwachsen, «und ein operativer Eingriff nötig ist, werden sie in das Spital der ‘Lepra-Mission’ geschickt, damit sie anschliessend die spezialisierten Behandlungen erhalten.»

Lange vergeblich gesucht

Beim Besuch im Lepra-Spital trafen wir einen 22 Jahre jungen Mann. Er reiste hunderte Kilometer in verschiedene Spitäler. «Nirgends erhielt er die Diagnose Lepra. Bis ihm dann irgend jemand sagte, dass es Lepra sein könnte.»

Via Google fand er das Lepra-Spital in Kalkutta. Er reiste hierher und erhielt nun endlich den richtigen Befund.

«Als wir hier waren, erhielt er gerade die Antibiotika-Behandlung und es wurde geschaut, dass er wieder Mobilität in seine verkrümmten Finger erhält. Sonst muss er eine Operation erhalten, damit die Finger wieder gestreckt werden können und er sie wieder gebrauchen kann. Aber dank den Medikamenten ist er von Lepra geheilt.»

Webseite Lepra-Mission Schweiz

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