
Denise Wyss wechselt von Solothurn nach Zürich - 8. Januar 2025
«Ich werde ab Februar Pfarrerin in Zürich, der grössten Kirchgemeinde von unserem Bistum», blickt Denise Wyss nach vorne. «Ich werde dort in einem vierköpfigen Pfarrteam tätig sein, das ich schon länger kenne. Mein Büro ist mitten in der Zürcher Altstadt und mein Zuständigkeitsbereich ist der Sprengel Christuskirche Zürich Nord. Dazu gehört auch noch ein Teilgebiet des Kantons Zürich.»
«Mein erstes Jahr in Solothurn fiel mitten in die Zeit der Covid-Massnahmen», erinnert sich Denise Wyss. Vieles war damals nicht möglich. «Ich schaue auf eine intensive Zeit zurück, mit einer sehr grossen Palette von pastoralen und administrativen Aufgaben, die ein Allein-Pfarramt mit sich bringt.»
Das schönste waren die Begegnungen mit vielen Menschen, «die mit mir auf einem geistlichen Weg unterwegs waren. Auch die Begegnungen mit den Unterrichtskindern und den Familien und natürlich auch das gemeinsame Beten und Feiern in der Franziskaner-Kirche. Ich werde viele sehr vermissen.»
Nun wartet TV-Gottesdienst
Den Fernseh-Gottesdienst in der Franziskaner-Kirche vom 9. Februar wird Denise Wyss noch gestalten. «Er wird aufgezeichnet und am 16. Februar im Schweizer Radio und Fernsehen ausgestrahlt. Ich habe ein Thema ausgesucht, dass ich früher einmal in einer Erwachsenen-Katechese vermittelt habe: ‘Segnen, die Kraft des Guten verbreiten’. Ich möchte damit allen das Segnen im Alltag als eine geistliche Praxis ans Herzen legen.»
25 Jahre Priesterin-Weihe
Vor 25 Jahren, am 19. Februar 2000 wurde Denise Wyss in der Franziskaner-Kirche als erste Frau in der christkatholischen Kirche der Schweiz zur Priesterin geweiht worden. «Das war damals ein unvorstellbarer Medienrummel, der bereits mehrere Monate vorher begonnen hatte und noch Jahre später folgten Anfragen; das hat meine erste Zeit sehr geprägt.»
Meilenstein wird gefeiert
«Wegen meiner Weihe hat sogar die Solothurner Altstadt für den Verkehr gesperrt werden müssen und ich habe einen Leibwächter erhalten, weil auch Drohungen eingegangen waren», blickt Denise Wyss zurück. «Das Jubiläum feiere ich nicht für mich persönlich, sondern wegen der Sache, zusammen mit den Priesterinnen von unserem Bistum mit einem Gottesdienst. Es ist ein Meilenstein für die Gleichstellung der Frau in unserer Kirche und ich glaube, dass es auch eine Wirkung in die römisch-katholische Kirche hat, wo ein Teil der Gläubigen dies ebenfalls gerne realisieren würde.»