
«Die Unterkunft soll kein Fremdkörper im Quartier sein» - 16. November 2022
«Es ist eine Koordinationsstelle. Die Stellen-Inhaberin hat ihre Arbeit am 1. November mit 50 Prozent aufgenommen. Im Februar wird dies aus 70 Prozent erhöht», sagt Markus Dütschler, Kommunikationsleiter der Reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn. «Die Stelle ist zeitlich begrenzt, sie wird von der Stadt Bern und der Reformierten Kirche gemeinsam finanziert.»
Die Anstellung ist eine ungewöhnliche und neuartige Zusammenarbeit und ein Vertrauensbeweis, erklärt Markus Dütschler.
«Als der Krieg in der Ukraine immer weiter gegangen ist, haben sich die Berner Behörden überlegt, wo sie die Flüchtlinge unterbringen sollen. So ist das Projekt mit der temporären Unterkunft im Viererfeld entstanden.»
Bereits vor Monaten haben sich die benachbarten Kirchgemeinden Matthäus und Paulus überlegt, wie sie sich engagieren könnten, wenn die neuen Nachbarn auf den Winter hin hier ankommen. «Ein Pfarrer drückte es so aus: ‘Die Unterkunft soll kein Fremdkörper im Quartier sein!’»
Relaisstation
Die Stelleninhaberin ist eine soziokulturelle Animatorin, die Erfahrung in der Gemeinwesenarbeit hat, sagt Markus Dütschler. «Sie wird mithelfen, die Kontakte mit der Nachbarschaft herzustellen. Sie wird auch sicherstellen, dass die Flüchtlinge überhaupt von den Hilfsangeboten erfahren. Und sie wird Kindern und Jugendlichen helfen, dass sie ihre Freizeit ausserhalb des Schulbetriebs sinnvoll gestalten können.»
Kurz gesagt ist die Stelleninhaberin eine Relaisstation für alle Beteiligten, für die Flüchtlinge, Nachbarn, Behörden und Kirchen und Quartierorganisationen.
Keine besonderen Erwartungen
«Besondere Erwartungen hat die reformierte Kirche nicht. Der christliche Glaube fordert aber dazu auf, dass ‘einer des anderen Last trägt’, wie es Apostel Paulus einmal formuliert hat. Von daher ist es selbstverständlich, dass die Kirche Menschen beisteht, die alles hinter sich haben lassen müssen, dass man sich um sie kümmert.»
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