
Gottesdienst erinnert an Menschen auf der Flucht - 14. Juni 2026
Mit einem besonderen Gottesdienst in der Heiliggeistkirche Bern will die Kirchgemeinde am 21. Juni an Menschen erinnern, die auf der Flucht sind oder auf der Flucht ihr Leben verloren haben. Für Pfarrerin Simone Fopp ist dieses Engagement ein zentraler Teil des christlichen Auftrags.
«Wir als Christinnen und Christen und als Kirchen haben einen besonderen Auftrag», sagt Simone Fopp. «Jesus ist selber mit seinen Eltern geflüchtet, und die biblischen Texte sind voller Geschichten von Menschen auf der Flucht.» Daraus leite sich ein klarer Auftrag ab: «Jesus hat uns ans Herz gelegt, dass wir besonders verletzliche Menschen schützen – Flüchtlinge, Fremde, Witwen und Waisen –, ihnen Obdach geben und den Weg gemeinsam mit ihnen weitergehen.»
Ein persönliches Anliegen
Der Gottesdienst sei ihr ein persönliches Anliegen. «Ich spüre eine zunehmend feindselige Stimmung gegenüber den Menschen, die zu uns kommen, den Flüchtlingen», sagt Fopp. Dabei werde oft vergessen, dass hinter jeder Flucht ein individuelles Schicksal stehe. «Viele von ihnen haben eine ganz bewegende Geschichte. Es sind wertvolle Menschen. Jeder Mensch ist wertvoll und bringt etwas mit, das wir miteinander teilen können. Genau das möchte ich sichtbar machen.»
«Beim Namen nennen»
Der Gottesdienst knüpft an die Aktion «Beim Namen nennen» an. Bereits jetzt hängen zahlreiche weisse Stoffbänder an der Fassade der Heiliggeistkirche. Auf ihnen stehen die Namen von Menschen, die auf der Flucht über das Mittelmeer ums Leben gekommen sind. «Wir gedenken ihnen auch im Gottesdienst», sagt Fopp.
Mitwirken wird auch die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée. Deren Mitarbeitende berichten von ihren Einsätzen auf dem Mittelmeer. «SOS Méditerranée rettet Menschen in Seenot. Eigentlich ist die Rettung von Menschen auf hoher See gesetzlich vorgeschrieben. Doch nicht immer übernehmen Staaten diese Aufgabe. Deshalb ist die Arbeit dieser Organisation so wichtig.»
Musikalisch umrahmt
Die Besucherinnen und Besucher erwartet ein eindrücklicher Gottesdienst. «Wir haben ihn gemeinsam mit einem grossen Team gestaltet, um an Frauen, Männer und Kinder zu erinnern, die sich derzeit auf der Flucht befinden und auf gefährlichen Fluchtrouten unterwegs sind», sagt Fopp.
Neben persönlichen Zeugnissen von Betroffenen wird auch Musik des ägyptischen Musikers Wael Sami El-Kholi zu hören sein. Ergänzt wird das Programm durch Beiträge von SOS Méditerranée, die Einblicke in ihre Rettungsarbeit geben. «Es wird ein bewegender Gottesdienst», ist Fopp überzeugt.
