< Zurück zu den Podcasts

Kuba: Kirche soll Brücke werden - 21. Juni 2026

Kuba erlebt nach Einschätzung von Pater José Luis Correa Lira die schwierigste Zeit seit über sechs Jahrzehnten. Während viele junge Menschen das Land verlassen wollen, versucht die Kirche mit konkreter Hilfe und Hoffnung präsent zu bleiben.

Podcast teilen
Code eibetten: <div id="oekumeraPodcastLink"><a href="https://oekumera.ch/podcasts/kuba-kirche-soll-bruecke-werden/"><img src="https://oekumera.ch/wp-content/uploads/2018/06/oekumera-logo-web.png" alt="Oekumera Podcast" title="Oekumera Podcast"/></a>

«Die Situation der Kirche in Kuba und die Lage des gesamten Landes sind inzwischen sehr, sehr kompliziert und schwierig geworden. Den Menschen fehlt es an nahezu allem, was sie zum Leben brauchen: Strom, Treibstoff und viele grundlegende Dinge des täglichen Bedarfs», gewährt der aus Chile stammende Schönstatt-Pater José Luis Correa Lira gegenüber Livenet einen Einblick in die Lage der eigentlich malerischen Insel-Republik.

Auf Einladung von «Kirche in Not» sprach Pater José Luis in verschiedenen Kirchen in der Deutschschweiz. Aktuell arbeitet er in der Generalleitung der Schönstatt-Bewegung in Vallendar in Deutschland. Er lebte viele Jahre als Missionar auf Kuba.

Schwierigste Situation seit Jahrzehnten

In Kuba sei deshalb jede Unterstützung, die von kirchlichen Einrichtungen und Organisationen kommt, äusserst willkommen: «Die Kirche ist die einzige Institution, die Lebensmittel verteilt und den Menschen konkrete Hilfe leistet – nicht nur mit Medikamenten zur Behandlung von Krankheiten, sondern auch mit Dingen des täglichen Bedarfs wie Seife, Zahnpasta oder Shampoo. Sie tut alles, was möglich ist, um den Menschen beim Überleben zu helfen.»

Tatsächlich handle es sich um die schwierigste Situation seit sechs Jahrzehnten. Die Herausforderung für die Kirche ist, «dass man nicht die Hoffnung verliert und dass die Leute nicht nur durch den Glauben diese Hoffnung nicht verlieren, sondern dass irgendwann einmal ein Wechsel kommt. Nach über sechs Jahrzehnten kann man sagen, dass die Leute hoffnungslos sind. Sehr viele junge Leute versuchen, so schnell wie möglich von Kuba weg zu gehen, in die USA, nach Südamerika oder nach Spanien, um eine bessere Zukunft zu haben.»

Er hofft, dass die Änderung gewaltlos, mit Dialog und mit Verträgen gelöst wird, «die man schliessen kann zwischen den Regierenden, den Marxisten, den kommunistischen Diktatoren und den einfachen Gläubigen des Volkes. Mit natürlich auch der Unterstützung, vielleicht auch als Brücke, zwischen der Kirche und der Opposition und der Regierung», blickt Pater José Luis gegenüber Livenet nach vorne.

Überwältigt von Schönheit Kubas

Auf Kuba hielt Pater José Luis mehrere Jahre Exerzitien für Priester, Bischöfe und Seminaristen gab. Dabei kam er auch in Kontakt mit der lokalen Bevölkerung und organisierte Hilfslieferungen wie Medizin oder Kleider.

Daneben war er auch während acht Jahen Koordinator für die Schönstatt-Bewegung in Nord- und Südamerika, inklusive Karibik. Er verfasste etliche Bücher über die Bedeutung des Priestertums, aber auch für die Jugend und Ehe und Familie.

Die Aufenthalte auf Kuba prägten ihn sehr, wie «Kirche in Not» in einer Pressemitteilung festhält, die Livenet vorliegt. Er ist von der Schönheit der Landschaft überwältigt, aber auch von den Begegnungen mit den Menschen.

Kirchliches Engagement unter schwierigen Bedingungen

Die Kirche auf Kuba ist für viele Menschen eine stille Hoffnungsträgerin, heisst es in der Pressemitteilung weiter. In einem Umfeld, das von wirtschaftlichen Engpässen, eingeschränkten Freiheiten und einem Mangel an Perspektiven geprägt ist, kommen der seelsorgerischen und sozialen Präsenz der Kirche eine besondere Bedeutung zu.

Sie trägt zur spirituellen Stärkung der Menschen bei, organisiert gemeinschaftliche Hilfeleistungen und stärkt den familiären und sozialen Zusammenhalt; dies namentlich auch durch den Dienst, den Kirche in Not leistet. Das Werk unterstützt die katholische Kirche in Kuba mit vielfältigen Projekten, etwa durch Ausbildungshilfen für Priester und Ordensleute, Bauprojekte, pastorale Fahrten oder die Versorgung mit liturgischem Material.

Herausforderungen in Kuba

Der sozialistische Staat wird seit Jahrzehnten zentral gelenkt, wobei sich gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen in den letzten Jahren deutlich verschärft haben. Seit der Entführung von Nicolas Maduro aus Venezuela durch die Trump-Regierung hat sich die Lage für Kuba weiter verschlechtert.

Es gelangt praktisch kein Erdöl mehr auf die Insel und so gibt es fast keinen Strom mehr und nur sehr eingeschränkte Mobilität. Die Lebensbedingungen für die Menschen werden immer prekärer. Es fehlt an medizinischer Versorgung, Lebensmitteln, Medikamenten und Perspektiven. Auch die Möglichkeit freier Meinungsäusserungen ist eingeschränkt.

Die katholische Kirche in Kuba ist eine Institution, die den Menschen Hoffnung schenkt. Die Kirche engagiert sich mit grossem Einsatz für die Gläubigen – besonders für Kinder, Kranke und Alte. Pfarreien organisieren Suppenküchen, bieten Glaubenskurse an und betreuen Bedürftige seelsorgerlich wie praktisch.

Dieser Text ist auch bei Livenet.ch erschienen.

Weitere Podcasts:

Biologisch gärtnern mitten in Buchsi: Der Kirchengarten steht allen offen - Oberaargau

Der Kirchengarten auf dem Kirchenareal in Herzogenbuchsee ist mehr als ein Gemüsegarten. Hier treffen sich Gartenbegeisterte regelmässig zum biologischen Gärtnern, teilen Setzlinge und verteilen im Herbst gemeinsam die Ernte.

Mobile Boten … von der Kirche gesandt - Oberaargau

«Es ist eine Website, auf der man über seine Kirchengemeinde Kontakt aufbauen kann, zu den Koordinatoren der ‘Mobilen Boten’. Dieser kann einem einen ‘Mobilen Boten’ senden, wenn man daheim bleiben muss und Hilfe beim Einkaufen braucht», erklärt Sybille Knieper-Meyer, Pfarrerin in der Reformierten Kirchgemeinde Oberbipp, sie hat die Webseite mitentwickelt.

Als Pfarrer für den MPD auf Achse - Oberaargau

«Der MPD ist der Mobilie Palliativ Dienst. Es gibt im Kanton Bern ein Pilot-Projekt, das schon ein paar Jahre läuft. Es gibt drei Regionen, Bern, Thun und Emmental/Oberaargau. Dort habe ich eine 20-Prozent-Stelle», sagt Pfarrer Fred Palm, der unter anderem auch als Polizei- und Feuerwehr-Seelsorger in Luzern tätig ist.

FOOTER IMAGE