
Mit Hilfe aus Herzogenbuchsee: Corona-Patienten werden in Lepra-Spitälern behandelt - 9. Juni 2021
«Wie üblich behandeln wir in unseren Spitälern Lepra-Kranke Menschen behandelt. Aber jetzt, in der Covid-Krise, werden auch Leute aufgenommen, die an Corona erkrankt sind», orientiert Markus Freudiger, Leiter der Lepra-Mission Schweiz. «Sie hatten gar keine andere Wahl. Es hatte so dramatisch viele Menschen, die betroffen waren. Es gab keine andere Möglichkeit, als sie aufzunehmen und zu behandeln.» Daneben werden auch Testzentren betrieben und beim Impfen mitgeholfen.
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Dazu führte die immense Not, die dort herrschte. «Die Regierungen in Indien und Nepal kam auch auf die Spitäler zu. Teils fragten sie, teils bestimmten sie – da es eine Not-Situation ist – Covid-Patienten aufzunehmen, Isolations-Stationen einzurichten, zu testen und zu impfen», berichtet Markus Freudiger. «Tragisch ist, dass keine Finanzen fliessen, man ist bestimmt worden, dies zu machen, aber vom Spital wird erwartete, dass es dies selbst finanziert.»
Lepra-Betroffene nicht stärker betroffen
Laut Markus Freudiger sind Lepra-Kranke nicht stärker betroffen. «Man hätte das annehmen können, weil das Immunsystem ohnehin geschwächt ist, aber das ist in den Spitälern nicht der Fall. In unserem Spital in Nepal sind von den Mitarbeitenden 20 Prozent erkrankt. Aber Lepra-Kranke sind nicht überdurchschnittlich betroffen.»
Stigma könnte zurückgehen
Lepra-Betroffene sind in beiden Ländern enorm stigmatisiert. Der Einsatz durch Lepra-Spitäler in Zeiten von Corona könnte dies nun teilweise verändern. «Wir sehen die Anerkennung durch die Regierung, dass sie das Vertrauen in die Lepra-Mission und die Lepra-Spitäler, dass diese auch für andere Krankheiten schauen können und sie Kompetenzzentren sind, die eine breite Palette anbieten können. Und die Lepra-Patienten werden weniger stigmatisiert, weil es nun auch andere Patienten im Spital hat. Wir rechnen damit, dass die Stigmatisierung abnimmt. Wenn die Menschen in Not sind und irgendwo in einem Spital unterzukommen und Sauerstoff zu erhalten versuchen und sie dies in einem Lepra-Spital finden, sind sie froh darum. Und das hilft, die Stigmatisierung zu reduzieren.»
Persönlich betroffen
«Für mich hat die Corona-Krise eine ganz andere Dimension erhalten», sagt Markus Freudiger, dies, da man nun von Bekannten in Indien hört, die betroffen sind. «Die Leiterin der Lepra-Mission Indien war selbst zwei Wochen im Spital. Sie hat überlebt, aber knapp. Ich habe zwei andere Bekannte, die gestorben sind, jüngere Menschen. Das ist schon sehr tragisch und geht einem nahe. Von unseren Mitarbeitenden in Indien sind über 80 erkrankt. Auch Leute, die man persönlich kennt. Es bewegt einem, wenn man sieht, was es für Dimensionen hat.»