
Notfall-Seelsorge: Sie hilft, in den Ostermorgen zu kommen - 10. Oktober 2018
«Es gibt immer wieder Alltagssituationen, bei denen Menschen in schwierige, seelische Situationen kommen», sagt Roland Stach vom Care-Team des Kantons Solothurn. Gemeinsam mit Urs Dummermuth und Karin Kohl ist der Dienstchef dieser Notfall-Seelsorge.
Zum Beispiel ein unerwarteter, plötzlicher Todesfall, das überbringen einer Todesnachricht, «oder vieles anderes, das in diesem Zusammenhang denkbar ist.»
Dort gehe es für die Notfall-Seelsorge darum, «dass man den Betroffenen hilft, sich zu stabilisieren, dass es vorbeugend ist, um post-traumatische Belastungsstörungen zu verhindern.»
Polizei bietet auf
Jede Situation ist anders, erklärt Roland Stach. «Manchmal hat man mit einer Einzelperson zu tun, manchmal mit einer Familie – und manchmal weitet es sich bis in den Freundeskreis aus. Je nachdem ist ein solcher Einsatz einfacher oder schwieriger. Das hängt immer mit der Situation zusammen, die wir antreffen.»
Aufgeboten werden die Notfall-Seelsorger über die Alarmzentrale der Kantonspolizei. Das könne durch einen Polizisten sein, einen Rettungssanitäter oder einen Feuerwehrkommandanten, «der die Situation so einschätzt, dass er denkt, dass die Leute Hilfe brauchen.»
Wichtige Prävention
«Ich denke, dass wir einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten», sagt Roland Stach. «Prävention von post-traumatischen Belastungsstörungen. Wir helfen stabilisieren und den Schritt in den Alltag wiederzufinden. Ich kann das in einem christlichen Bild darstellen: Das schwerwiegende Ereignis, das die Leute betrifft, das ist der Karfreitag. Da geschieht das Leiden. Und wir treffen die Menschen am Karsamstag an. Wenn die Leere da ist, die Hoffnungslosigkeit der Menschen. Wir haben die Aufgabe, ihnen zu helfen, in den Ostermorgen zu kommen – wieder eine Hoffnung, eine Zukunftsperspektive zu eröffnen.»
30 wirken mit
«Wir haben rund 30 Mitarbeitende», bilanziert Roland Stach. «Ein Teil von ihnen sind Seelsorger. Ein Teil der Care-Giver kommen aus sozialen und Gesundheits-Berufen. Sie sind entsprechend ausgebildet worden, damit sie ihre Aufgaben erfüllen können.»
Pro Jahr gibt es im Kanton rund 50 Einsätze. Eingeteilt ist das Team in drei Regionen, Ost, West und Nord. In den Regionen steht rund um die Uhr, das ganze Jahr über, eine Equipe auf Biquet bereit. «Die häufigsten Einsätze betreffen Suizid. Dann aussergewöhnliche Todesfälle, das überbringen von Todesnachrichten.»
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