
«Wir haben die Kirche total flexibilisiert» - 14. Oktober 2020
«Seven Days war ein Arbeitstitel – wir sagten, dass wir die Kirche siebenmal 24 Stunden in Beschlag nehmen wollen um zu zeigen, was man mit dieser Kirche nun alles tun kann», erklärt Richard Bobst, Kirchgemeinderat, Leiter der Baukommission und Projektleiter des Einweihungsfestivals «Seven Days». «Wir haben diesen Arbeitstitel nicht mehr weggebracht.» Die Sanierung der Kirche Geissberg wird nun mit einem Sieben-Tage-Einweihungs-Event gefeiert.
Der Name der Programm-Reihe lehnt sich an die Schöpfungsgeschichte an. «Die Kirche wird nun ins Rampenlicht gestellt, um zu zeigen, was man mit ihr alles machen kann.»
Sie werde keine Mehrzweckhalle, sondern bleibe ein sakraler Raum. «Aber sie hat sehr viel Gestaltungsmöglichkeiten.»
Sieben Tage volles Programm
Die Einweihungsfeiert findet am Sonntag, 25. Oktober statt, das Programm beginnt aber bereits an diesem Montag. «Wir werden einen Besuch erhalten, von Bischof Felix Gmür, da wir unseren Ursprung in St. Urban haben – wir sind aus diesem katholischen Kloster heraus entstanden.»
Dazu kommen ermunternde Dinge, die vielleicht nicht immer alltäglich sind, zum Beispiel lädt Pfarrer Werner Sommer jeweils von 23:40 Uhr bis Mitternacht zum «Geissberg Schreckmümpfeli»
«Wohin geht die Reise der Kirche?»
Am Donnerstag wird beispielsweise zu einem Podium geladen, an welchem thematisiert wird, wohin die Reise der Kirche geht. «Ist sie noch ein Hoffnungsträger oder ist sie nur noch Geschichte? Kann man zuschauen, wie sie runtergeht
Kirche umgebaut
«Wenn man ein Gebäude erneuert, denkt man an energietechnische Massnahmen – das war vorausgesetzt», gibt Richard Bobst einen Einblick in den Umbau. «Wir haben die Kirche total flexibilisiert, wir sagten, dass wir sie im positiven Sinn bespielbar machen müssen. Sie soll ein Ort der Inspiration sein. Das kann für eine Person alleine sein oder für eine Gemeinschaft, eine Plattform für Spiritualität und ein Lebens- und Gestaltungsraum für Inszenierungen, das kann auch eine Ausstellung, ein Film oder ein Podium sein.»
Mit Gesellschaft auseinandersetzen
«Wir wollen Gewerbetreibende, Wirtschaftsleute, Kulturschaffende und Bildungsleute darauf aufmerksam machen, dass man diesen Raum für Anliegen gebrauchen kann. «Wir wollen allen zeigen, dass es nicht nur – in Anführungszeichen – ein Inspirations- und Sakralraum ist, sondern es ist auch ein Raum, in welchem wir uns mit gesellschaftspolitischen Situationen auseinandersetzen wollen.»
Busch genommen – Baum zurückgegeben
Die Kirche steht auf einem Areal, das ihr gehört. Das Umfeld aber gehört zum Friedhofsareal. «Beim Umbau mussten wir ein Gebüsch entfernen.» Der Stadt Langenthal wurde versprochen, dass dieses ersetzt wird. «Das geschieht nun nicht in der Form eines anderen Gebüschs, sondern wir nutzen die Gelegenheit und pflanzen eine Eiche.» Dies geschieht bereits am Donnerstag, 15. Oktober 2020.